Erweiterung Evangelisches Landeskirchenamt
München

Der Entwurf des Gebäudes spielt mit der Interferenz zwischen Alt und Neu als Baustein in dem historischen Umfeld der Münchener Maxvorstadt einerseits, sowie  als zukunftsgerichteter Schlussstein des Gebäudeensembles einer bedeutenden Institution wie der Evangelischen Kirche andererseits. Das Aufnehmen und die Transformation von kontextuellen Elementen ist dabei der tragende Leitgedanke. Auf den ersten Blick ein scheinbar traditioneller Baukörper mit einer tektonischen Lochfassade und der Dreigliederung mit Sockel und geneigtem Dach. In der Annäherung auf den zweiten Blick erschließt sich dem Betrachter der Paradigmenwechsel der einzelnen Bauteile hin zu einem zeitgenössischen eigenständigen Haus, gegliedert durch eine polygonale Prägung,  die die ganze Hülle strukturiert. Beginnend mit dem geschosshohen Fertigteilsockel als robuste durchgängige Basis. Darüber die Strukturierung  der  polygonal gefrästen Fassade mit dem Charakter einer Putzfassade und abschließend das Dach als perforiertes, gitterartiges Faltwerk das die Struktur der Fassade weiterspielt den durchscheinenden Rahmen für den großen Saal und den großzügigen Dachgarten bildet.

Durch ein, synergetisch auch für Sonnen- und Windschutz genutztes, perforiertes Stahlfaltwerk als raumbildende und formgebende Dachhaut wird die hochwertige Nutzung des Dachraumes trotz der baurechtlich vorgeschriebenen Dachschrägen mit großem Saal und begrünter Dachterrasse als Veranstaltungsort und Treffpunkt für die Mitarbeiter und öffentliche Nutzungen ermöglicht. Die gestaltgebende Dachstruktur ersetzt hier den Sonnenschutz des vollverglasten Saals.Die dreidimensional polygonal verformten Prallscheiben im Erdgeschoss dienen als konzeptionelles Mittel zur Stärkung des massiven Sockels und Sichtschutz im Erdgeschoss über gebrochene Reflektionen. Ein plastisch gefrästes Wärmedämmverbundsystem dient einerseits als gliederndes Fassadenornament, andererseits zur Steuerung der Verschmutzung durch kontrollierte Wasserführung. Die Nutzung der gefrästen Platte als „Speichermasse“ führt zur Vermeidung von Algenbildung und anderen WDVS-typischen Problemen.